Sommer und Zecken: Das hält die Plagegeister auf Abstand

Sommer und Zecken: Das hält die Plagegeister auf Abstand

Sommer und Zecken: Das hält die Plagegeister auf Abstand

Zecken lieben schattige Plätzchen

Zecken können durch ihren Stich Krankheiten wie Borreliose und FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) übertragen können. Die Gefahr geht allerdings nur von den infizierten Zecken aus.

FSME
FSME ein Sammelbegriff für verschiedene Formen von Hirnhautentzündungen, die vermutlich durch ein Virus ausgelöst werden. Sie zeigen sich durch ein grippales Vorstadium und führen im weiteren Verlauf zu dauerhaften Lähmungen, Schluck- und Sprechstörungen sowie zu Bewusstseinsstörungen. Eine spezifische Behandlung gegen FSME gibt es derzeit noch nicht, allerdings kann eine Impfung schützen. FSME wird eher selten übertragen, wogegen Borreliose – Erkrankungen häufiger auftreten.

Borreliose
Die Borreliose ist ein Meister der Tarnung. Viele Krankheiten entsprechen ihrem Beschwerdebild und sind davon abhängig, wo sich die Erreger über die Blutbahn im Körper verteilt haben. Hierzu gehören Muskel- und Gelenkschmerzen, taube Glieder, Fieber, Magen- und Darmbeschwerden, große Müdigkeit, Störungen des vegetativen Nervensystems sowie Angst- und Aggressionszustände. In den meisten Fällen wird Borreliose mit Antibiotika behandelt. Zudem gibt es homöopathische Behandlungsmethoden. In Deutschland erkranken jährlich je nach Region 25 bis 100 Menschen pro 100.000 Einwohnern an Borreliose, in Österreich sind es 150 bis 300 Menschen pro 100.000.

Im Gegensatz zur FSME ist gegen Borreliose bisher noch kein Impfstoff gefunden worden. Denn diese im Darm der Zecke sitzenden Bakterien, die sogenannten Borrelien sind äußerst clever: Dank ihres ausgeklügelten Informationssystems erkennen sie sofort, ob die Zecke das Blut eines Hundes, einer Maus oder das eines Menschen angezapft hat und passen ihren Stoffwechsel dem des Wirtes an. Hierdurch überlisten sie dessen Immunzellen und können unbemerkt aus dem Darm zu den Speicheldrüsen der Zecke wandern. Somit dauert es bis zur Ansteckung eine gewisse Zeit. US-Studien belegen, dass nach 12 Stunden Saugzeit noch keine Gefahr besteht, nach 24 Stunden liegt die Ansteckungsgefahr bei 30 Prozent und nach 48 Stunden fast bei 100 Prozent. Falls sich nach dem Stich rund um die Einstichstelle ein roter Kreis, die sogenannte Borreliose – Wanderröte bildet, sollte ein Arzt aufgesucht werden; wobei diese erst nach Tagen bzw. Wochen auftreten kann. Bei einigen Menschen entwickelt sich hingegen keine Wanderröte. Zudem sind manche Menschen beschwerdefrei, obwohl sie sich nachweislich infiziert haben. Ob bei ihnen das Immunsystem die Borrelien erfolgreich bekämpft hat oder sie sich irgendwo im Körper verstecken, ist bisher unklar.

Wissenswertes über Zecken:
– Zecken meiden direktes Sonnenlicht. Sie halten sich lieber im schattigen Gebüsch oder im Gras auf. Entgegen der oft angenommen Meinung lassen Zecken sich nicht von Bäumen herabfallen, krabbeln jedoch im Gebüsch bis zu eineinhalb Meter hoch, um von dort leicht an ihren Wirt andocken zu können.

– Zecken sind blind. Sie nehmen aber jede kleinste Veränderung wie Erschütterungen, Wärmeunterschiede, Lichtveränderungen oder Gerüche wahr. Vor allem Menschen mit „saurem“ Schweiß, die unter Stress stehen oder sich vorwiegend von säurebildenden Lebensmitteln wie z. B. tierischem Eiweiß und Zucker ernähren, sind für Zecken leicht wahrnehmbare Beute.

Zeckenschutz:
– Festes Schuhwerk und geschlossene Kleidung bieten einen gewissen Schutz vor Zecken.

– Auch das Einreiben von Beinen und Armen mit ätherischen Ölen wie Geranienöl, Nelkenöl oder Teebaumöl halten Zecken auf Abstand, wobei ein Mix dieser drei Öle am besten wirkt. Darüber hinaus leistet Kokosöl gute Dienste.

– Menschen, die in Gegenden mit einem hohen Anteil an infizierten Zecken leben, können vorsorglich das homöopathische Mittel Borreliennosode D30 über einen Zeitraum von drei Tagen einnehmen. Die Dosierung liegt bei dreimal täglich. (Nosoden sind homöopathisch aufbereitete Mittel, die aus krankem Blut, Krankheitserregern oder wie in diesem Fall aus infizierten Zecken hergestellt werden).

Was bei einem Zeckenstich zu beachten ist:
– Zecken beißen nicht – sie stechen. Daher ist es ratsam, sie einfach herauszuziehen; z. B. mit einer Zeckenkarte, die in Apotheken erhältlich ist. Eine Zeckenzange dagegen ist zu grob und quetscht die Zecke, sodass sie ihren Darminhalt – und falls infiziert, auch die Borrelien – in die Einstichstelle erbricht.

– Ebenso nachteilig ist es, der Zecke mit Öl, Klebstoff oder Nagellack zu begegnen.

– Nach dem Entfernen der Zecke sollte die Bissstelle mit Teebaumöl oder einem anderen ätherischem Öl desinfiziert werden.

Literaturquelle: Borreliose natürlich heilen, Wolf-Dieter Storl, AT Verlag, 9. Auflage

Über die Autorin:
Claudia Meyer ist Personal Trainerin, Ernährungstrainerin und ehemalige Leistungssportlerin. In ihrem neuen Buch „Intuition – Dein Coach für ein gesundes und glückliches Leben“ geht sie auf die Fähigkeiten der Intuition ein und zeigt, wie jeder Mensch sie für sich nutzen kann. Das Buch ist im Verlag tredition erschienen und überall im Handel erhältlich. Hier gibt es weitere Informationen zum Buch.

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